Gefordert sind eigentlich alle. Entweder entscheiden sich Hoteliers, ihre Häuser ganz rauchfrei zu machen, wie das The Dolder Grand in Zürich, oder sie investieren und richten eine Smoker-Lounge für ihre Gäste ein. Ob dieses Fumoir nun mit oder ohne Ausschank sein darf, ob mit oder ohne Bedienung – die Gesetze sind bekanntlich kantonal geregelt und zum Teil noch nicht bis ins letzte Detail ausgearbeitet. «Wir wissen noch nicht, welche baulichen Massnahmen wir umsetzen werden», sagt Hans-Rudolf Rütti, Direktor des Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa in Interlaken. Dass der Hotelier aber reagieren und investieren muss, ist klar. Ab 1. Juli darf im Kanton Bern nicht mehr geraucht werden. Das «Victoria-Jungfrau» habe bereits Kontakt mit dem Architekten aufgenommen und machbare Varianten ausgearbeitet. Wie hoch die Kosten schlussendlich sein werden, weiss Hans-Rudolf Rütti noch nicht. Er rechnet aber mit mehr als 100000 Franken.
Cigar-Lounges sind keine Goldgruben, aber wichtig
Satte 250000 Franken investiert Thomas Frei, Direktor des Hotels Bernerhof Gstaad. Seine Passion zur Zigarre zelebriert der Hotelier seit jeher. Nun wird er aber gesetzlich gezwungen, den Raum abzutrennen. «Diese Investition ist nicht etwa rentabel, aber es ist uns wichtig, dem Raucher einen schönen Raum zu bieten.» Im Klartext: Eine Smoker-Lounge ist keine Goldgrube, sondern ein Statement für den rauchenden Gast. Das sieht auch Hoteldirektor Hans-Rudolf Rütti so und erwähnt noch einen weiteren Aspekt. «Ich finde es nicht schön, wenn unsere Gäste vor dem Hotel stehen und rauchen.»
Im Hotel Badrutt’s Palace in St. Moritz steht den Gästen neu eine grosse Davidoff-Lounge zur Verfügung. «Bei uns sind Raucher nach wie vor willkommen, daher bieten wir unseren Gästen in der Renaissance Bar die Möglichkeit zu geniessen», betont Eva Reinecke, PR-Managerin des Luxushotels. Solange es das Gesetz zulässt, wird im «Badrutt’s» so unkompliziert wie möglich geraucht. Nichtraucherzimmer gibt es keine. Und im abgetrennten Le Bistro darf auch geraucht werden. Etwas weniger Rauch gibt es im Hotel Saratz in Pontresina. Nichtraucherzimmer sind hier Standard. Dennoch kommen die Raucher auf ihre Kosten: Letzten Dezember eröffnete das Hotel eine Avo-Cigar-Lounge und bietet so den Rauchern eine Rückzugsmöglichkeit und den Nichtrauchern reine Luft. «Wir sind überzeugt von dieser Lösung», sagt Direktorin Anuschka Starkloff Geiger. Die Investition von 15000 Franken für die Lounge habe das «Saratz» selber finanziert. Den Humidor und die Möbel stellte die Firma Davidoff zur Verfügung.
Im «Baur au Lac» wird die Lösung noch diskutiert
Die einen Hoteliers können für relativ wenig Geld eine Türe an die bestehende Lounge anbringen, die anderen müssen grosse Investitionen tätigen. Mit einer neuen Flügeltüre für 4500 Franken wird Daniel Borter vom Lenkerhof Alpine Resort seine bisherige Lounge fit für die neue Saison und das neue Gesetz machen. Und wieder andere Hotelmanager haben sich noch nicht entschieden: Im Hotel Baur au Lac in Zürich wird noch diskutiert, wie die Lösung für die rauchenden Gäste aussehen wird. Eines ist aber bereits entschieden: Das renovierte Restaurant Le Pavillon wird rauchfrei sein.
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