Das Hotel International in Lugano entstand 1905/06 in einem bestehenden Gebäude am Rand der Altstadt, das seit 1886 als Priesterseminar des Bistums diente. Initianten des Projekts waren die beiden Luzerner Hoteliers Albert Riedweg und Anton Disler, der in Luzern das Hotel Rütli besass und dieses auch noch einige Jahre weiter betrieb. Architekt des Umbauprojektes war Giuseppe Pagani, der im Hotelbau sonst kaum in Erscheinung trat. Die beiden Hoteliers folgten einer Tradition nach der Eröffnung der Gotthardbahn 1882, als einige Deutschschweizer im Tessin einen zweiten Gastwirtschaftsbetrieb eröffneten oder ihren Betrieb ganz in die Südschweiz verlegten.
Das bestehende, winkelförmige Gebäude am Ende der Via Nassa wurde beim Umbau zum Hotel um drei Stockwerke erhöht, auf der Hofseite verbreitert und dabei die Grundrisse systematisiert. Ein erstes Projekt (in den Plänen im Juli 1905 als Hotel National bezeichnet) unterscheidet sich vom zweiten (Hotel International, September 1905) vor allem in der Ausführung des Daches und der Ausformung der Eckpartie. Anstatt mit einem ursprünglich geplanten achteckigen Erker wurden die beiden rechtwinklig zusammengefügten Gebäudeteile schliesslich mit einem «Rundturm» mit Kuppeldach verbunden.
Die fünfstöckige Fassade ist in ihrer Ausgestaltung beeinflusst von der italienischen Renaissance. Der Hotelgrundriss wurde vom Altbau übernommen, die Zimmer sind deshalb auf beiden Seiten eines Mittelgangs aufgereiht. Im Eckpunkt der beiden Gebäudeflügel befindet sich die Treppenanlage, in deren Auge bereits bei der Eröffnung ein hydraulischer Personenlift angeordnet war.
Weitere Literatur zu den Hotels in Lugano:
Flückiger-Seiler, Roland. Hotelpaläste zwischen Traum und Wirklichkeit. Schweizer Tourismus und Hotelbau 1830-1920. Baden 2003. Seiten 136-154.
Lugano Hotels. Alberghi – Storia, Architettura. Lugano, Museo storico Villa Saroli 1998. Pagine storiche Luganesi. Lugano 1998.
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