Das Zentrum befasst sich mit der Entwicklung von Säuglingsnahrung, Milchprodukten und medizinischer Ernährung. Regierungspräsident Andreas Rickenbacher freute sich am Freitag laut Redetext an der Eröffnungsfeier über das Bekenntnis von Nestlé zum Emmental.
 
Oft werde die Region zwischen Aaretal und Oberaargau als wirtschaftliches Brachland bezeichnet, sagte Rickenbacher. Nestlé tue dies aber nicht und nutze stattdessen das vorhandene Potenzial. Was die lokale Landwirtschaft herstelle, diene Nestlé in Konolfingen als Rohstoff für neue Produkte.
 
Der Ausbau in Konolfingen stärke auch einen oft etwas unterschätzten Wirtschaftszweig im Kanton Bern: die Nahrungsmittelindustrie. Laut Rickenbacher arbeiten in diesem Bereich mehr Menschen als in der Uhrenindustrie. Die jährliche Bruttowertschöpfung im Kanton betrage über eine Milliarde Franken.
 
«Vertrauen in Wirtschaftsplatz Schweiz»
Nestlé-Marktchef Eugenio Simioni sieht die Investitionen in Konolfingen auch als Beweis für das Vertrauen des Konzerns in die Schweiz als Wirtschaftsplatz. «Wir haben uns der Forschung und Entwicklung in der Schweiz verpflichtet», betonte auch Werner Bauer, Chief Technology Officer von Nestlé.
 
Neben dem Produkt- und Technologiezentrum betreibt Nestlé in Konolfingen auch eine Fabrik für Säuglings- und Gesundheitsnahrung. Am Standort Konolfingen investierte Nestlé seit 2006 nach eigenen Angaben rund 465 Mio. Franken.
 
Dass Nestlé sich im Emmental mit Milchprodukten beschäftigt, kommt nicht von ungefähr. Bereits im 19. Jahrhundert wurde in der ländlichen Region Milch zu Käse verarbeitet. 1892 gründete der Walliser Hotelier César Ritz die «Berner Alpenmilch Gesellschaft» in Konolfingen.
 
In den 1930-Jahre des letzten Jahrhunderts spezialisierte sich das Unternehmen auf Babynahrung. Zu Beginn der 1970-er Jahren wurde das Unternehmen von Nestlé übernommen. Bekannt wurde der Standort Konolfingen auch für die Herstellung der Stalden-Crème. (npa/sda)