Die Schweiz soll zum Nachhaltigkeitsleader werden. So lautet das hohe Ziel des Schweizer Tourismus-Verbandes (STV). Um dieses zu erreichen, hat der STV das Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit (Kona) eingerichtet. Es soll bei der Umsetzung helfen und dient allen Branchenvertretern als Anlaufstelle bei Fragen rund um Nachhaltigkeitsthemen.
Laut Kona-Projektmanagerin Romy Bacher handelt es sich um ein niederschwelliges Angebot: «In der Ausgestaltung künftiger Projekte wird darauf geachtet, dass die Eintrittsbarrieren tief gehalten werden.» Dennoch müsse jedem Betrieb bewusst sein, dass die praktische Umsetzung der Nachhaltigkeit ein personelles, zeitliches und finanzielles Investment benötige, damit mittel- bis langfristig auch davon profitiert werden könne.
Das Kona soll zur zentralen Anlaufstelle für Nachhaltigkeit im Tourismussektor werden. Hierfür werden bestehende Konzepte weiterentwickelt und neue Projekte einbezogen. «Sie sind für alle touristischen und tourismusnahen Betriebe einfach zugänglich und mit keinen zusätzlichen Kosten verbunden», so Bacher.
Nebst dem Schweizer SDG Tourismus-Dialog ist bereits auch das Nachhaltigkeitsprogramm Swisstainable von Schweiz Tourismus (ST) Teil des Kona. ST bleibt für das Marketing zuständig, die Weiterentwicklung des Programms wird fortan gemeinsam mit dem Kona koordiniert.
13,2
Milliarden Franken wurden in der Schweiz 2020 in den Umweltschutz investiert. 16 Prozent mehr als 2010.
80
Hotels und Hostels wurden bislang mit dem Ibex-Fairstay-Label ausgezeichnet oder sind auf dem Weg dazu.
750
Betriebe sind bis heute dem Swisstainable-Programm von Schweiz Tourismus beigetreten. Bis Ende 2023 sollen es 4000 sein. (www.de.statista.com; Kona)
Gesunde Balance zwischen Natur, Wirtschaft und Gesellschaft
Der STV sehe die Dringlichkeit, ins Handeln zu kommen und das Thema Nachhaltigkeit rasch und so breit wie möglich im Sektor zu verankern, sagt Bacher. «Das Thema Nachhaltigkeit ist im Schweizer Tourismus definitiv angekommen.» Die Zusammenarbeit mit der Branche im Rahmen von Swisstainable zeige, dass Nachhaltigkeit in vielen touristischen Betrieben bereits aktiv umgesetzt werde. Andere stünden jedoch noch am Anfang. Diese grossen Unterschiede zwischen den Betrieben und Regionen zeigten, wie wichtig eine individuelle Umsetzung auf betrieblicher Ebene sei.
Das Kona bietet Hilfestellungen bei konkreten Fragen zur Vernetzung, der Befähigung zur praktischen Umsetzung, beim Reporting, dem Wissensaufbau sowie bei der Schaffung von Synergien. Laut Romy Bacher gibt es keine Pauschallösung: «Vielerorts gilt es tatsächlich, in einem ersten Schritt für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren und aufzuzeigen, was Nachhaltigkeit in der praktischen Umsetzung bedeutet.»